Slider Roman Sommerröte von Isabelle Dreher

Auszüge aus dem Roman Sommerröte

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Als die Flut kam

Joa hatte es ihr beigebracht: nicht zu verurteilen. Niemanden. Auch sich selbst nicht. Er führte sie an Orte, die sie ohne ihn nie gefunden hätte. Orte in ihrem Inneren, zu denen die Türen Zeit ihres Lebens verschlossen gewesen waren.

Streifen der Zerrissenheit

Ohne es zu wollen, blickte Ceija auf die Wundmale des Mannes, der am Kreuz hing. Er war aus Holz und sah nicht gut aus. Eigentlich hatte sie sich nur eine kleine Auszeit von dem Geräuschpegel im Zelt, nehmen wollen den…

In der Finsternis

Lissy kniete auf dem Boden und dachte an ihren Pokal. Sie sehnte sich nach einem menschlichen Geräusch, nach einer menschlichen Stimme, die Gutes zu ihr sprach. Doch da war nichts als das kalte Echo der Mauern, das nackte Grauen vollkommener…

Du musst für Gerechtigkeit sorgen

Joshua kam nach einer kräftezehrenden Nacht um zehn Uhr morgens in einem Staat an, der Religionsfreiheit im Grundgesetz verankert hatte. Da er eine Kippa trug, die hierzulande wohl selten zu sehen war, freute er sich, in Berlin Frauen mit Kopftüchern…

Liebe und Gleichgültigkeit

Samstagabend hatte Helena alle zu einem Festessen geladen, von dem sie sich auch versprach, dass Max auf die ein oder andere Weise mit dem Wachstum ihrer Familie fortan klarkommen, wenn nicht gar Frieden schließen würde.

Im Zeichen der Selbstverherrlichung

„Sehen Sie“, begann Frau Kalkstein. Helena, die wirklich gut zuhören wollte, blickte auf den Mund der Frau und war einige Zeit damit beschäftigt, zu überlegen, woran sie dieses ‚Sehen Sie‘ erinnerte.